Von Riva del Garda zum Lago di Ledro

Im Frühsommer hatte ich das Glück, für vier Wochen am Gardasee arbeiten zu können. Als Wanderguide für einen Sportreisenveranstalter. Berge. See. Italien. Sommer. Es hätte schlimmer kommen können. Ich habe also meine Tasche gepackt und bin für 4 Wochen nach Riva gefahren.

Ich war zuvor noch nie am Gardasee, und so hatte ich eine Woche Zeit, mir die Gegend anzusehen und Touren auszuprobieren, die ich dann mit den Gästen laufen würde. Es hat zwar  fast die ganze Woche geregnet, aber es war dennoch toll, mal so ganz alleine durch die Berge zu stapfen.

Das hier ist ein absoluter Gardasee-Klassiker. Das erste Stück läuft man über die Ponale, die alte Straße vom Gardasee ins Ledro-Tal. Die Straße wurde im 19. Jahrhundert in den Fels gehauen und bis vor ungefähr 20 Jahren noch genutzt. Dann hat man eine neue Straße und viele Tunnel gebaut. Seit 2004 ist sie für Wanderer und Radfahrer geöffnet und man hat atemberaubende Blicke auf den See.

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Im Sommer ist natürlich die Hölle los. Vor allem sind unwahrscheinlich viele Mountainbiker unterwegs. Als Wanderer muss man gut aufpassen und sehr gelassen sein. Aber die Ausblicke belohnen die Mühen.

Start der Tour ist Riva del Garda. Man läuft am Seeufer entlang in Richtung Wasserkraftwerk. Daran geht’s vorbei, weiter noch etwa 1000 m. Ein Wegweiser weist den Weg Richtung Ledro, die Hauptstraße muss kurz vor dem ersten Tunnel einmal überquert werden.

Dann hat man die Ponale-Straße schon erreicht und läuft diese nun, manchmal durch kleine Tunnel, die man als Fußgänger auch umlaufen kann, stetig bergauf.

Nach etwa eine Stunde erreicht man das Ausflugslokal Belvedere, das seinem Namen alle Ehre macht. Bortolo Toniatti hatte hier im Jahr 1900 eine Gaststätte eröffnet und eine Aussichtsplattform mit Blick auf die auf der gegenüberliegenden Seite des Tales in die Tiefe rauschenden Wasserfälle (und natürlich den See) gebaut. Die Gaststätte war viele Jahre geschlossen und hat nun im letzten Jahr wieder frisch renoviert aufgemacht. Es fällt schwer, hier nicht zumindest ein kühles Getränk oder einen Kaffee zu sich zu nehmen.

Ein Stück nach dem  Belvedere verlässt man die Ponale und folgt der steilen Steintreppe in Richtung Ledro. Man läuft weiter über Wanderwege durch das Tal in Richtung Ledro. Rechts ist das Tal durch hohe Felsen begrenzt, man kann die Kletterer bei ihren waghalsigen Touren hoch oben beobachten.

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Nach einer Weile erreicht man das kleine Örtchen Biacese die Ledro. Ich habe per Zufall dort die Villa Alma entdeckt, ein für den Gardasee ganz untypisches Plätzchen. Die furchtbar nette Besitzerin – ich glaube jedenfalls, dass sie es war – bietet köstliche Kuchen, tolle Tees, ungewöhliche Limonaden und allerlei Köstlichkeiten an. Außerdem kann man kleine Zimmer bzw. Appartments mieten, die sehr liebevoll eingerichtet sind. Auch wenn sie nicht direkt am Wegesrand liegt: Der kleine Abstecher lohnt sich!

Nach der verdienten Pause geht’s weiter immer Richtung Ledro. Der Weg ist perfekt ausgeschildert, sodass man sich (fast) nicht verlaufen kann. Durch Ledros kleine „Vororte“ Pre di Ledro und Molina di Ledro geht es noch ein paar Mal ordentlich bergauf  bis man geradewegs auf den Ledrosee zusteuert.

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Der Ledrosee verdankt seine Bekanntheit den 4.000 Jahre alten Pfahlbauten, die plötzlich augetaucht sind, als man den See für den Bau des Wasserkraftwerks in Riva abgesenkt hat. Es gibt ein Museum direkt am See. Ich war allerdings immer zu müde, mir dieses nach den Touren noch anzusehen. Aber meine Wandergäste haben versichert, dass es interessant sei!

Den Rückweg nach Riva kann man mit dem Bus bestreiten, der direkt vom See stündlich abfährt.

Strecke: ca. 10 km

Höhenunterschied: ca. 670 m

Dauer: ca. 3 Stunden (ohne Pausen)

 

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