Tabouleh, Rotkohl, Falafel & Co.

Heute kommen meine beiden Freundinnen J. und S. zum Abendessen. S. ist Vegetarierin, es gibt also „was ohne Fleisch“. Ich wollte schon lange mal Falafel machen, das passt zusammen.

Jetzt stecke ich allerdings in der Zwickmühle. Der Küchenchef aus meinem letzten Job – ich habe Veranstaltungen organisiert – hat mir vor ein paar Monaten eine Falafel-Fertigmischung geschenkt. In der Packung war ein Falafel-Former, den er haben wollte. Den Teig hat er selber gemacht, und so wurde die Mischung von ihm nicht benötigt. Er hat mir versichert, dass sie spitze sei und dass er sie zu Hause auch verwenden würde. Vielleicht mit ein paar frischen Kräutern etc. verfeinert.

Ich entscheide mich also, meine ersten Falafel nur bedingt selber zu machen. Meinen Freund T., der bisher der größte Fan meines neuen Blogs ist, hatte ich gestern gefragt, ob ich das dann überhaupt posten könne. Er meinte, das sei völlig OK, denn Falafel würde ja zu Hause jeder so machen. Verraten werde ich das meinen Gästen heute Abend natürlich nicht und erstmal die Lorbeeren einheimsen.

Während ich auf meine Gemüsekiste warte, bereite ich schonmal die Beilagen vor. Es soll Hummus, Sesamsauce und Tabouleh geben.

Die Saucen sind schnell gemacht. Hummus mache ich entgegen der Falafel schon seit Jahren, der hat sich bewährt. Die Sesamsauce mische ich einfach aus Joghurt, Tahin, Zitrone, Salz und Wasser zusammen. Schmeckt.

 

Für das Tabouleh koche ich schonmal den Bulgur, sodass er in Ruhe abkühlen kann. Daran denke ich normalerweise nie und muss immer stundenlang kaltes Wasser darüberlaufenlassen, damit die Kräuter nicht direkt matschig werden. Es ist herrlich, so gut organisiert zu sein!

Endlich ist die heiß ersehnte Gemüsekiste angekommen, und ich kann mich mit meinem Tabouleh beschäftigen. Das mache ich nicht ganz klassisch, denn außer Koriander und Dill, der da nicht unbedingt reingehört, aber herrlich frisch ist, würze ich das Tabouleh mit eingelegten Zitronen. Die sind eine Mischung aus bitter, sauer und salzig und geben dem Salat einen ganz speziellen Geschmack. Wer die eingelegten Zitronen nicht kennt, sollte sie unbedingt vorher probieren, denn nicht jeder mag sie. Man kann sie natürlich einfach weglassen.

Überraschenderweise ist auch ein kleiner Rotkohl in der Gemüsekiste. Das trifft sich gut, denn ein Rotkohlsalat mit Datteln (und auch schon wieder Sesam) passt doch hervorragend zu den Speisen. Ein bisschen süßlich und wahnsinnig aromatisch ist der. Und noch dazu wundervoll lila. Das wird toll aussehen!
Vor lauter Aufregung habe ich nicht bedacht, dass der Rotkohl ordentlich färbt, und nachdem ich ihn beherzt durchgeknetet habe, habe ich nun lila Hände und Fingernägel. Hier könnt Ihr aus meinen Fehlern lernen und Handschuhe tragen!

 

Den Falafelteig habe ich nach Packungsanweisung gemacht (Wasser dazugeben und quellen lassen). Schmeckt erstmal noch ziemlich langweilig. Nachdem ich Unmengen Petersilie und Koriander zugebe, mit Kumin und Korianderpulver nachwürze und nochmal kräfig salze, kann man den Teig aber guten Gewissens auf das heiße Öl loslassen. Zum Frittieren verwende ich Raps- und Sonnenblumenöl in einem kleinen Topf, dann brauche ich keine riesigen Mengen Öl. Das dauert zwar ein bisschen länger, aber man kann die Falafel anschließend gut im Backofen warmhalten.

 

Und jetzt freu‘ ich mich auf meine Gäste!

Tabouleh mit eingelegten Zitronen

1 kleine Tasse Bulgur
1 große Tomate
1/2 Salatgurke
1/4 rote Zwiebel
1 Bund Petersilie
1/2 Bund Minze
1/3 Bund Koriander
1/3 Bund Dill
2 bis 3 kleine eingelegte Zitronen
1/2 Zitrone
1 EL Sojasauce (mild)
1 TL Tahin
1 EL Rotweinessig
2 EL Olivenöl
1/2 TL Garam Masala
etwas Zucker oder Agavendicksaft
Salz, Pfeffer

Den Bulgur in Salzwasser ca. 8 Minuten kochen, abkühlen lassen.

Tomate und Gurke in kleine Würfelchen und die rote Zwiebel in klitzekleine Würfelchen schneiden. Die Petersilienblätter zupfen und grob hacken. Von den anderen Kräutern ebenfalls die Stiele entfernen und sehr fein hacken.

Die eingelegten Zitronen fein hacken bzw zerquetschen. Wer die eingelegten Zitronen nicht kennt, sollte vorab ein klitzekleines Stück probieren. Nicht jeder mag den Geschmack.
Mit Zitronensaft, Sojasauce, Tahin, Olivenöl und den Gewürzen zu einem Dressing vermischen und abschmecken.

Alle Zutaten in einer großen Schüssel vermischen und gut durchziehen lassen. Ggf. vor Verzehr noch einmal nachwürzen.

 

Rotkohlsalat mit Datteln und Sesam

1/2 kleiner Rotkohl
5 bis 8 getrocknete Datteln
1 EL Sesam
3 EL Weißweinessig
1 TL Dijon-Senf
1 EL Honig
3 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Sesam
3 Zweige frische Minze

Den Rotkohl vierteln, den Strunk entfernen und entweder mit der Küchenmaschine oder dem Gemüsehobel in feine Streifen schneiden. In einer großen Schüssel kräftig durchkneten. Die Hände werden ordentlich lila, das lässt sich mit Gummihandschuhen vermeiden.

Essig, Senf, Honig, Öl, Salz und Pfeffer verrühren, Datteln ganz klein hacken und dann alles mit dem Rotkohl vermengen. Den Salat mindestens zwei Stunden durchziehen lassen.

Sesam anrösten, Minze zupfen und kleinhacken. Mit dem Rotkohl vermengen und abschmecken.

Hummus

1 Dose Kichererbsen
1 EL Tahin (oder mehr, je nach Geschmack)
1 Zehe Knoblauch
Saft einer halben Zitrone
1 großer Schuss Olivenöl
1/2 TL Kuminpulver
je nach Schärfewunsch Chili
Salz

Alle Zutaten in einen Rührbecher geben und mit dem Pürierstab pürieren. Wasser zugeben, wenn der Hummus flüssiger werden soll. Mit oben genannten Zutaten abschmecken.

 

Sesam-Joghurt-Sauce

300 g Naturjoghurt
2 bis 3 EL Tahin (oder mehr, je nach Geschmack)
1 Schuss Zitronensaft
Salz, Pfeffer, Zucker

Alle Zutaten im Rührbecher mit dem Pürierstab vermischen, mit Wasser verdünnen, wenn die Sauce flüssiger sein soll. Für die Sauce kann auch mehr Tahin verwendet werden, dann wird sie etwas bitterer. Das muss man ausprobieren.
Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.

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